WOW- macht das süchtig?

Hallo,
in meinem Bekanntenkreis spielen fast alle das Online-Rollenspiel WOW.
Zu "richtigen" Unternehmungen bleibt denen dann keine Zeit, erübrigt sich ja auch, da man sich ja dort in der virtuellen Welt trifft oder nur noch darüber redet. Andere Themen gibt es kaum noch.
Ich wußte nicht, dass das Internet süchtig machen kann. Meine Frage ist: Bekommt Ihr oft Anfragen deshalb? Wie muss ich mir den Verlauf von Internetsucht vorstellen? Gibt es so was wie "Entzugserscheinungen?"
Was ist Internetsucht, habt Ihr interessante Links zum Nachlesen?
Mich als Nichtspieler macht das Verhalten meiner Freunde einsam. Aber ich kann mich auch wirklich nicht dafür begeistern.

 

Hallo,
Was Du schreibst, hört sich für mich erst mal an, wie eine (zeitweise) starke Begeisterung für etwas. Letzte Woche ist das neue  Erweiterungspaket von WOW erschienen, da sind natürlich erst mal alle ganz heiß drauf. Vielleicht ist es vergleichbar mit  der Veröffentlichung einer neuen Harry Potter Folge. Da sind auch einíge Leser tagelang nicht ansprechbar. Oder denk an Fußballmeisterschaften, wo einige Fans nichts anderes mehr im Kopf haben.
Und wenn andere in einem Hobby oder einer Leidenschaft aufgehen, man selbst damit aber nichts anfangen kann, dann fühlt man sich natürlich schnell außen vor.
Ob man  hier von Sucht sprechen kann, kann ich nicht beurteilen. Ich bin sehr vorsichtig mit dem Begriff Sucht.
Jemand, der drei oder vier Stunden am Tag vor dem Rechner sitzt, gilt noch nicht unbedingt als internetsüchtig. Andere verbringen die gleiche Zeit vor dem Fernseher.
Wenn jemand allerdings alles andere um sich herum vernachlässigt, nur um spielen zu können, dann wird es problematisch. Das heißt, dass jemand z. B. seine Wohnung nicht mehr in Ordnung hält, nur noch Junkfood isst, seine Körperpflege vernachlässigt, nicht ausreichend schläft usw.
Oft sind solche Spieler sehr unzufrieden mit ihrem Leben, sind von sich selbst gelangweilt und haben häufig depressive Verstimmungen. Das war aber in den meisten Fällen schon vor der exzessiven Spielzeit der Fall. Das Spielen ist dann nur eine Verdrängung oder Ablenkung von diesem unangenehmen Zustand.
Jemand, der ein gesundes Leben führt, auf sich achtet, sich Gutes tut und positiv denkt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht süchtig, weil er weiß, dass es im Leben noch andere wichtige Dinge gibt.
Ich hoffe, Du kannst die Situation jetzt besser einschätzen.
Wenn Du noch Fragen hast, maile  gerne noch mal.
Einen Linktipp habe ich leider nicht.
Beste Grüße

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